Bildbearbeitung in der (Sport)Fotografie

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Viele denken, dass ein gutes Foto direkt in der Kamera entsteht. In Wirklichkeit ist das nur ein Teil des Prozesses. Ein großer Anteil der Bildwirkung entsteht erst später -> in der Bearbeitung.

Ich fotografiere im RAW-Format, weil dabei deutlich mehr Informationen gespeichert werden als bei einem normalen Bild. Dadurch wirken Fotos am Anfang oft etwas flach oder unscheinbar, bieten aber die perfekte Grundlage, um Licht, Farben und Kontraste gezielt anzupassen.

Die Bearbeitung gehört genauso zur Fotografie wie das Fotografieren selbst. Erst dadurch bekommt ein Bild seinen finalen Look, seine Stimmung und seine Wirkung.

Ich habe mich gefragt, wie unterschiedlich ein Foto aussehen kann, obwohl es genau dasselbe Bild ist. Deshalb habe ich ein Originalfoto im RAW-Format an verschiedene Fotografen geschickt und sie gebeten, es einfach auf ihre eigene Art zu bearbeiten. Die Ausgangsdatei war für alle gleich, aber die Ergebnisse waren trotzdem unterschiedlich. Jeder hat dabei seinen eigenen Stil.

Jeder durfte das Bild verändern, wie er wollte – Ausschnitt, Belichtung, Kontrast, …

Ausgangsbild – RAW


Bearbeitung:
Jan Roller


Bearbeitung:
Max Petershans


Bearbeitung:
Ralf Just


Bearbeitung:
Kevin Rosenberger


Bearbeitung:
Jacqueline Maier


Bearbeitung:
Begum Unal


Bearbeitung:
Stefan Rosenfeld


Bearbeitung:
Benedict Christ


Bearbeitung:
Arlin Fejzuli


Bearbeitung:
Nico Bauhof

Was ist bei der Bildbearbeitung alles möglich?

Belichtung und Dynamik steuern
Mit RAW-Dateien lassen sich Tiefen aufhellen und Lichter abdunkeln, ohne dass sofort Details verloren gehen.
Man kann:

  • über- oder unterbelichtete Bereiche retten
  • Kontraste gezielt verstärken oder reduzieren
  • die gesamte Lichtstimmung verändern (z. B. weich & hell oder dunkel & dramatisch)

Farben gezielt verändern
Farben bestimmen Emotionen.
In der Bearbeitung kann man:

  • den Weißabgleich komplett verändern (kühler Look vs. warmer Sonnenuntergang)
  • einzelne Farbtöne verschieben
  • Sättigung und Leuchtkraft einzelner Farben steuern
  • sogenannte Color-Grading-Looks erstellen (z. B. warme Lichter & kühle Schatten)

So kann aus demselben Bild einmal eine sommerliche Szene entstehen – und ein anderes Mal eine kühle, fast filmische Stimmung.

Lokale Anpassungen
Moderne Tools erlauben es, nur bestimmte Bereiche zu bearbeiten:

  • Himmel abdunkeln
  • Gesichter gezielt aufhellen
  • Hintergründe weicher wirken lassen
  • Blickführung durch Helligkeit und Schärfe steuern

Mit Masken und Auswahlwerkzeugen lässt sich sehr präzise arbeiten.

Retusche und Details
Auch Details spielen eine große Rolle:

  • Hautunreinheiten entfernen
  • störende Elemente im Hintergrund retuschieren
  • Schärfe gezielt erhöhen
  • Rauschen reduzieren

Bildausschnitt und Perspektive
Schon ein anderer Zuschnitt kann die komplette Wirkung verändern:

  • enger Crop für mehr Intensität
  • mehr Umgebung für mehr Ruhe
  • gerade richten oder Perspektive korrigieren